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"Hört auf, auf die Geburtenstatisik zu gucken, lasst uns um Kinder und Jugendliche kümmern, die wir haben"

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Ministerin will kostenlose Bildung
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"Hört auf, auf die Geburtenstatisik zu gucken, lasst uns um Kinder und Jugendliche kümmern, die wir haben" - mit diesem Appell hatte Mecklenburg-Vorpommerns Familienministerin Manuela Schwesig in der Einrichtung "Allerlei" die Zuhörer auf ihrer Seite. Die Ministerin traf dort zwecks Wahlkampfunterstützung mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeiern zusammen und äusserte sich "sehr überrascht" wie wenig in Niedersachsen in Krippen und Kitas investiert werde. Während in Niedersachsen für neun Prozent der Kinder Krippenplätze zur Verfügung stehen, was Schwesig als "unterirdisch" bezeichnete, sind im Land der 35 Jahre jungen Ministerin 46 Prozent. Ohne genügend Krippenplätze kämen Alleinerziehende nicht in den Job, meinte Schwesig und kritisierte die Schließung der Kindertagesstätten um 18:00 Uhr: "Das ist wirklich Mittelalter."

Moderne Wege seien notwendig; die Ministerin, Mitglied im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier, nannte das Beispiel einer 24-stunden-Kita in Mecklenburg-Vorpommern, die es Müttern erlaube, ihrem Schichtdienst nachzugehen.

All das sind für Schwesig die Voraussetzungen einer Familien- und Jugendpolitik, die mit der Geburt eines Kindes und dem verstärkten Einsatz von Familienhebammen ansetzen sollte, um überforderte Eltern nicht alleine zu lassen. Kommt eine kostenfreie Bildung von Anfang an hinzu, ist das in en Augen der Ministerin "der absolute Schlüssel" für Chancengleichheit.

Im von vier gemeinnützigen Trägen gestützten "Allerlei" bekommen Jugendliche eine zweite oder dritte Chance, die in der Regel keine idealen Startvorraussetzungen hatten. Schwesig zeigte sich sehr interessiert an dem Modell, dessen Erfolg von den Berichten teilnehmender Jugendlicher eindrucksvoll bestätigt wurde, die sich intensiv betreut fühlen: "Wir sind hier keine Nummer", machte eine Teilnehmerin deutlich- einige waren zuvor in maßnahmen die ihnen nach eigenem Bekunden überhaupt nichts gebracht hatten.

AWO, Caritas, Diakonische Beratungsdienste und das DRK stehen hinter dem Allerlei, dessen Leiter Herr Martin Knoche sich trotz der starken Partner um die Finanzierung der Projekte und die Zukunft sorgt. Knoche wünscht sich Übergangshilfen zwischen der Tätigkeit als Ein-Euro-Kraft und dem ersten Arbeitsmarkt sowie eine Betreuung während der Ausbildung. Priesmeier dagegen betonte die Bedeutung des Schulabschlusses für alle. Die Jugendlichen stellten dar, dass es auch mit (Haupt-) Schulabschluss schwierig sei, einen Ausbildungplatz zu bekommen - was sich negativ auf die Motivation anderer auswirke, den Abschluss überhaupt anzustreben. Ein Teufelskreis, der in Einrichtungen wie dem Allerlei durchbrochen werden kann.

Die Vermittlungsquote (in Arbeit) liegt hier zwischen 35 und 40 Prozent.

Artikel aus der Goslarschen Zeitung,Sabine Kempfer | Fotos: Pressemappe SPD

 

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